Worum geht es?

Es ist schon ein großes Privileg, Vermögenswerte weitgehend gegen Wertverfall schützen zu können, indem man ein Miethaus erwirbt. Das ist den wenigsten Mitbürgern vergönnt. Ebenso ist es aber sehr zweifelhaft, dass daraus auch noch ein leistungsloses (unangemessen hohes) Einkommen geschöpft werden kann. Noch weniger einsichtig ist, dass dies zum Nachteil der meisten anderen Rechtsgenossen geschieht. Eigentum verpflichtet (Artikel Art. 14 Abs. 2 GG). Die Begrenzung von Mietpreisen auf eine Kostenmiete wäre, so gesehen, ein kleiner Schritt, ein Baustein zu einer angemessenen Veränderung (aber eine echte Kostenmiete und nicht eine mit Phantasie“kosten“).

Die Geldanlage in einem Miethaus konkurriert mit einer langfristigen Geldanlage bei einer Bank oder vielleicht noch Staatsanleihen (fragt sich nur, was unsicherer ist).

Nicht mehr als diese Rendite dürfte daher für Mietshäuser (auch Zinshäuser genannt) erwirtschaftet werden können. Selbst bei dieser Rendite ist das Mietshaus immer noch die (langfristig) bessere und sicherere Anlage. Allein aus diesem Grund sind Wahnsinnsrenditen bei Neuvermietungen oder Modernisierungsmaßnahmen vollkommen ungerechtfertigt. Bevor aber über „böse“ Vermieter geschimpft wird, Enteignungen verlangt werden, und andere populistische Forderungen in den Raum gestellt werden, muss man etwas bedenken: Nicht die Vermieter sind „böse“, sondern die Spielregeln taugen nichts.

Deshalb müssen die Gesetze schnell und gründlich angepasst werden, damit die Mieter geschützt sind. Deshalb müssen Sie mithelfen, die Schlafmützen unter den Politikern im Abgeordnetenhaus oder Bundestag wach zu bekommen! Wer den Fertigstellungstermin eines ganzen Flughafens schon „verpennt“ hat, braucht dringend Unterstützung. Wer die Bestände von städtischen Wohnungsbaugesellschaften „privatisiert“ hatte, war kurzsichtig (im günstigen Fall)! Wecken Sie unsere Politiker jetzt auf. Der Mietenvolksentscheid Berlin geht da einen wichtigen und richtigen vor allem deutlichen ersten Schritt.

Deshalb sollte jeder Bürger nur die Partei oder die oder den Abgeordnete(n) wählen, die sich nachvollziehbar und erfolgreich für Ihre Belange einsetzen. Jede Stimme zählt – jede hat Gewicht.

Schreiben Sie Ihrem Abgeordneten und bitten Sie andere das auch zu tun. Ihren Abgeordneten z.B. für Berlin erreichen Sie über http://www.abgeordnetenwatch.de. Eine Übersicht über alle Parlamente in Deutschland finden Sie dort auch.

Bitten Sie den Abgeordneten, Sie an Ihre E-Mail-Adresse Postanschrift laufend über seine/ihre Bemühungen in dieser Sache zu unterrichten, damit Sie sich zur Bundestagswahl richtig entscheiden können. Es gibt mehr Mieter oder Sparer, die wählen als solche, die Vermieter oder größere Immobilienvermieter sind.

Und vor allen Dingen – gehen Sie wählen!

Die Ursache des ganzen Problems liegt aber noch tiefer: nämlich ein Fehler in unserem Geldsystem – kein besonders großer  – aber einer mit enormer Wirkung – alles andere sind nur Symptome. Das Argument, dass „Investoren“ ohne attraktive Rendite nicht investieren würden, ist deshalb im Wohnungsbau zumindest nicht ganz von der Hand zu weisen. Derjenige, der über viel mehr  Geldvermögen verfügt, kann es nämlich zurückhalten und dem Markt für Investitionen entziehen. Das ist zwar verantwortungslos, aber rechtmäßig. Die Ursachen für die ganzen Probleme (Mietzinsen, Spekulation, Schuldenkrise usw.) liegen also viel tiefer – in der, weil ich es nenne „Wurzel allen Übels“ – einem Fehler in unserem Geldsystem, der sich aber, wie ich meine und auch meine, gut begründen zu können, verhältnismäßig leicht beheben ließe.  Darüber sollten wir uns Gedanken machen.

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