Charlottenburg – Wilmersdorf

In unserem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf werden seit längerem offenbar nur noch Luxus-Eigentumswohnungen errichtet, die einen extrem hohen Kaufpreis haben. Das hat für die gegenwärtig hier wohnenden Bewohnern im Bezirk erhebliche Konsequenzen, wenn es so weitergehen sollte. Die Auswirkungen sind bereits jetzt durch hohe Mietsteigerungen zu spüren. (Die sogenannte „Mietpreisbremse“ hat sich als vollkommen wirkungslos erwiesen und eher sogar kontraproduktiv).

Mit der weiteren Errichtung derartiger Luxus-Eigentumswohnungen steigt die Wahrscheinlichkeit immer mehr, dass die gegenwärtig im Bezirk wohnenden Bewohner bald (buchstäblich) verschwunden sein werden. Wie weiter unten aufgeführt, kann bei einem Kaufpreis von 8.000 € pro Quadratmeter das Kapital dafür nur dann rentabel werden, wenn der ohnehin schon erheblich gestiegene Mietpreis sich wenigstens noch einmal verdoppelt. (Bei einem angenommenen Zinssatz von lediglich 3,5 % müssten alleine an Zinsen jährlich 280 € pro Quadratmeter erwirtschaftet werden. Das entspricht also einem Netto-Quadratmeterpreis Miete von über 20 €. Damit ist noch kein Euro Kapital getilgt und keine Risikorücklagen gebildet worden und was sonst noch bei einer Miete kalkuliert werden muss. Im Ergebnis „landet“ man also bei wenigstens 30 € pro Quadratmeter kalt – ohne Betriebskosten.

Mir kommt einiges im Bereich Charlottenburg/Wilmersdorf sehr „komisch“ vor (u.a. auch der klammheimliche Abriss des Gebäudes, in dem sich das Postamt am Hofmeisterplatz befand)… – und „komisch“ ist nicht synonym für „lustig“.

Auch die Sache in der Albrecht-Achilles-Straße gefällt mir nicht. Dann kann man jetzt Eigentumswohnungen zum Preise von um 8.000 € /m² kaufen. Die Kaufpreise für Mietshäuser (auch sogenannte „Zinshäuser“) schießen mit mehr als dem 20fachen der Jahreskaltmiete regelrecht „durch die Decke“. (Vermutlich ist es ein Ergebnis der lockeren Geldpolitik der EZB, die zu erheblichen inflationären Erscheinungen in den sogenannten vorhandenen Vermögenswerten führt. Die Ursache Ursache für die inflationäre Geldpolitik wäre auch noch zu diskutieren, dies ist jedoch ein anderes Thema an einer anderen Stelle.)

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So etwas rentiert sich im Verhältnis zu normalen Mietpreisen nicht einmal in 100 Jahren! Die Konsequenz ist aus der Sicht des Geldkapitals (sogenannter diskontierter Cashflow) völlig klar. Nur wenn im Umfeld die Mieten und Preise für Wohnraum insgesamt extrem hoch werden, rentieren sich solche Preise. Die Konsequenz ist auch, dass ein völliger Umbau des gesamten Viertels stattfinden kann und nur sehr wohlhabende bis sehr reiche Personen überhaupt eine Chance haben, in diesem Umfeld zu wohnen. In London ist es bereits so weit, dass die Millionäre von den Milliardären verdrängt werden und ganze Straßenzüge leer stehen, in denen niemand wohnt. Die Immobilien dienen nur noch  als „Sparbüchse“ für extrem reiche Personen. In Paris zahlen Sie in der Woche Preise, die hier allenfalls im Monat bezahlt werden.

Nein, Nein und nochmals Nein! So etwas will ich in meinem Viertel und in Berlin und in Deutschland überhaupt nicht haben!!!

Hier wird gegenwärtig aufgrund von Dummheit (oder gegebenenfalls Schlimmerem) der Verantwortlichen in der Stadtverwaltung Charlottenburg (siehe hier Zusammensetzung der Bezirksverordnetenversammlung) und anderswo (im Bund durch einschlägige Parteien, die nur noch die Kapitalinteressen zu vertreten scheinen) Beihilfe für eine völlig verwerfliche Bereicherung Dritter geleistet – und zwar auf unsere Kosten, auf Kosten der Bürger.

Es gibt nicht einen einzigen vernünftigen Grund, der rechtfertigen würde, dass solche Preise überhaupt möglich sind. (Nein, das hat mit Marktwirtschaft nichts zu tun (mit freier Marktwirtschaft ohnehin nicht); Wohnraum ist kein freies Gut wie Fernsehgeräte oder Bandnudeln).

Die Infrastruktur, die es überhaupt nur möglich macht, dass solche Preise, auch nur theoretisch, in Betracht kommen können, sind nicht das Verdienst der Kapitalanleger sondern der Bürger (!) in diesem Viertel in Charlottenburg/Wilmersdorf – also von Ihnen! Wir haben mit unseren Ressourcen und unserer Arbeit diese Infrastruktur ermöglicht und erwirtschaftet – und jetzt wird sie uns quasi gestohlen! Sie werden bestohlen! Wollen sie das zulassen – womöglich auch noch widerstandslos?!

Wählen Sie am 24. September 2017 nur eine Partei, die wirklich bereit ist, die Interessen von Mietern und Normalverdienern zu vertreten. Schauen Sie sich die Arbeit der Parteien an. Sie sehen an den sogenannten kleinen oder großen Anfragen sehr genau, welche Partei Ihre Interessen vertritt.

Das sind gegenwärtig nicht CDU nicht SPD und schon gar nicht FDP – um Missverständnisse zu vermeiden: auch die AfD ist kein Kandidat. Der Parlamentsarbeit nach zur urteilen, kommt nur -DIE LINKE- in Betracht. Eine starke -Die DIE LINKE– würde zumindest den Regierungsparteien „Dampf“ machen.

Politisches Engagement ist nicht damit erledigt, dass Sie ein Kreuz auf dem Wahlzettel machen.

Bringen Sie Missstände, die Ihnen auffallen, schriftlich bei Ihrem lokalen Abgeordneten oder bei einem Mitglied des Bundestages sachlich und mit Belegen an. Fordern Sie diese Leute auf, entsprechende Anfragen im Parlament oder in der Abgeordnetenversammlung zu machen. Wenn das nicht geschieht, machen Sie Ihre Nachbarn und Ihr Umfeld darauf aufmerksam. Und versuchen Sie Ihren Abgeordneten dazu zu zwingen, diese Anfragen zu machen. Dann erst wird das in den Parlamenten thematisiert.

Alle Berliner Abgeordneten finde Sie hier bei abgeordnetewatch.de  oder auch hier bei berlin.de Alle Bundestagsabgeordnete finden Sie ebenfalls bei abgeordnetenwatch.de oder hier auf der Seite des Deutschen Bundestages.  :

Sie müssen sich als Bürger kümmern. Wenn Sie sich nicht kümmern, kümmern sich andere und die kümmern sich womöglich nicht in Ihrem Interesse. Ja – das ist eine möglicherweise anstrengende Sache, aber was ist schon ein Leben ohne Herausforderungen?

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